Mauereidechse (Podarcis muralis)
Verbreitung und Lebensraum
Die Mauereidechse ist in Salzburg nicht heimisch und kommt in Österreich natürlicherweise vor allem südlich und östlich der Alpen sowie im Tiroler Inntal vor. Die Art wurde in Salzburg vermutlich durch den Güterverkehr eingeschleppt und erstmals im Jahr 2008 am Bahnhof Steindorf bei Straßwalchen im Nordwesten Salzburgs nachgewiesen. Seither wurden sukzessive neue Standorte entlang des Salzburger Eisenbahnnetzes von der Mauereidechse besiedelt: 2014 die Stadt Salzburg, 2015 Elsbethen und Schwarzach, 2016 Hallwang, 2018 Klessheim/Siezenheim sowie Piesendorf im Pinzgau und 2019 Kuchl und Golling im Tennengau. Genetische Analysen haben gezeigt, dass es sich bei den in Salzburg eingschleppten Mauereidechsen um Hybride verschiedenster europäischer Linien handelt.
Die Mauereidechse besiedelt in Salzburg (Eisenbahn-)Böschungen, Ruderalstandorte, Gemäuer und sonstige süd-exponierte, klimatisch-begünstigte Lebensräume. Neben Bahn- und Industriegebieten werden auch Gärten und Parks von der Art genutzt. Die Mauereidechse ist dabei in der Lage auch stark anthropogen beeinflusste Habitate und vergleichsweise strukturarme urbane Lebensräume zu nutzen, etwa entlang von besonnten Lärmschutzwänden.
Aktuelle Fundmeldungen der Mauereidechse in Salzburg auf Observation.org.
Rote Liste Status in Österreich:
Stark gefährdet (EN – endangered)
Rote Liste Status in Salzburg:
Nicht eingestuft
Rechtlicher Schutz in Salzburg:
Allgemeiner Tierartenschutz
FFH-Richtlinie:
Anhang IV
Gefährdung
Die Mauereidechse ist in Salzburg nicht heimisch und befindet sich derzeit in Ausbreitung. Ob die Invasion dieser Art ein ökologisches Problem darstellt und zur Verdrängung heimischer Eidechsen führen kann, wird derzeit untersucht.
Texte: Alexander NIEDRIST & Peter KAUFMANN, 2020
Literatur und Quellen
- Biodiversitätsdatenbank des Landes Salzburg am Haus der Natur, Datenstand August 2020.
- GOLLMANN G. (2007): Rote Liste der in Österreich gefährdeten Lurche (Amphibia) und Kriechtiere (Reptilia). In: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft (Hrsg.): Rote Listen gefährdeter Tiere Österreichs, Teil 2: Kriechtiere, Lurche, Fische, Nachtfalter, Weichtiere. Böhlau Verlag, Wien-Köln-Weimar: 515S.
- KAUFMANN P. (2016): Die Herpetofauna der Stadt Salzburg. In: Mitt. Haus der Natur 23: 39-54.
- KYEK M. & A. MALETZKY (2006): Atlas und rote Liste der Amphibien und Reptilien Salzburgs. Land Salzburg: 141S.
- MALETZKY A., HATTINGER A., MOOSBRUGGER K. & S. SCHWEIGER (2011): The Common Wall Lizard Podarcis muralis (Laurenti, 1786), new to the province of Salzburg (Austria). Origin of a paraneozoon.- Herpetozoa 23 (3/4): 88-90.
- NIEDRIST A. (2018): Zu Verbreitung und Herkunft allochthoner Populationen der Mauereidechse (Podarcis muralis Laurenti, 1768) entlang des Bahnliniennetzes im Bundesland Salzburg. Masterarbeit, Universität Salzburg: 117S.
- NIEDRIST A., KAUFMANN P., TRIBSCH A., BERNINGER U., LEEB Ch. & A. MALETZKY (2020): Verbreitung und Herkunft allochthoner Populationen der Mauereidechse (Podarcis muralis) entlang des Bahnliniennetzes im österreichischen Bundesland Salzburg. In: Zeitschrift für Feldherpetologie 27.
Untersuchungen zur Mauereidechse in Salzburg:
- HATHEUER A. (2014): Untersuchungen zu einer allochthonen Population der Mauereidechse (Podarcis muralis) am Bahnhof Steindorf bei Strasswalchen (Salzburg-Umgebung; Österreich). Masterarbeit, Universität Salzburg: 100S.