Projekte der Sabotag

Neben der steten Erforschung und Dokumentation der Salzburger Flora in Form von Herbarbelegen und Datenbanken arbeitet die Sabotag derzeit an folgenden Projekten:

Aktualisierung des Verbreitungsatlas der Salzburger Gefäßpflanzen

Seit dem Jahr 2015 widmet sich die Sabotag der Aktualisierung des Verbreitungsatlas der Salzburger Gefäßpflanzen (Wittmann et al. 1987), welcher schon knapp 30 Jahre alt ist. Die Erforschung der Flora Salzburgs wurde in den letzten Jahren intensiviert und es konnten zahlreiche interessante Funde entdeckt werden. Dies betrifft einerseits Neophyten, von denen etliche neue Arten aufgetreten sind, andererseits auch Funde indigener Arten, wobei die Verbreitungslücken einiger heimischer Taxa gefüllt werden konnten. Die Erstellung des Verbreitungsatlas ist zeitaufwendig und dient nicht nur einer kartographischen Abbildung der Salzburger Gefäßpflanzen, sondern auch der Bereinigung von fehlerhaften und zweifelhaften Angaben (ganze Pflanzentaxa, aber auch Fundorte).

Zwei Beispiele aus dem provisorischen Verbreitungsatlas:

tl_files/fotos/09_arbeitsgemeinschaften/02_sabotag/Tephroseris_helenitis.jpgtl_files/fotos/09_arbeitsgemeinschaften/02_sabotag/Impatiens_glandulifera.jpg

Neophyten in Stadt und Land Salzburg

Neophyten sind ein spannendes Thema, da es hier immer etwas zu finden gibt. So kommen in der Stadt Salzburg jährlich bis zu 7 neue Neophytenarten (Pilsl & Pflugbeil 2012) zur Liste der Neophytenflora der Stadt Salzburg (Pilsl et al. 2008) hinzu. Nach dieser umfangreichen Flora, welche ausschließlich die Neophyten der Stadt Salzburg behandelt, wurde im Jahr 2013 eine Gesamtartenliste der Neophyten des Bundeslandes Salzburg (Pflugbeil & Pilsl 2013) erstellt, wobei 945 Taxa gelistet werden. Besonders Peter Pilsl und Georg Pflugbeil widmen sich dem Thema, wobei sich der Wohnsitz in der Stadt Salzburg - als Neophytenhotspot des Bundeslandes - als ideal für die Erforschung darstellt. Die ersten neophytischen Nachweise gehen auf Schrank (1792) zurück, welcher etwa den Glatthafer (Arrhenatherum elatius), das Kanadische Berufkraut (Erigeron canadensis) und das Mutterkraut (Tanacetum parthenicum) anführt.

Sporobolus vaginiflorus, welcher sich an den Landstraßen des Flachgaues seit wenigen Jahren stark ausbreitet:

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Funddatenbank der Sabotag

Die Sabotag führt eine Datenbank, in der Funddaten von Gefäßpflanzen aus dem Land Salzburg gesammelt werden. Dabei werden sowohl eigene Kartierungen der Mitarbeiter, bereits digitalisierte Herbarien, Literaturauswertungen sowie Fundmeldungen von anderen Personen erfasst, die uns gemeldet werden. Zweck dieser Datenbank ist die Unterstützung der floristischen Arbeit im Land Salzburg. Der Datenbestand (156.000 Datensätze mit Funddaten aus Salzburg und Literaturangaben, Stand September 2016) ist inzwischen eine unverzichtbare Hilfe bei der Beurteilung der horizontalen und vertikalen Verbreitung vor allem seltener Arten sowie bei der Einstufung ihrer Gefährdung im Kontext zur historischen Verbreitung. Insgesamt konnten bereits 3.111 Pflanzenarten in Salzburg wild wachsend nachgewiesen werden. Weiters wurden 55.427 Volltexte und Funddaten aus 645 österreichischen Publikationen in eine Datenbank aufgenommen, wobei 66.000 Synonyme und Schreibweisen von in Österreich vorkommenden Pflanzentaxa zur Vereinheitlichung in der Literatur dienen.
Fundmeldungen sind jederzeit willkommen, digitale Daten (z.B. in Form von Excel-Tabellen) werden natürlich bevorzugt. Die Daten sollten auf jeden Fall folgende Inhalte aufweisen: Wissenschaftlicher Artname, Fundort, Datum und der Name der Person, von der diese Informationen stammen. Weiters sind von Interesse: Höhenangabe, Quadrant der floristischen Kartierung Mitteleuropas, Koordinaten sowie Quellenangaben bei Literaturauswertungen. Sollten Belege von den Funden vorliegen, sind auch der Name des Herbariums und die Belegnummer von Interesse. Fundmeldungen bitte an: peter.pilsl@sbg.ac.at

Auszug aus der Funddatenbank (gefiltert nach Selaginella selaginoides):

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Literaturdatenbank

Salzburg ist schon seit Jahrhunderten ein botanisch intensiv untersuchtes Land und daher existieren bereits zahlreiche Publikationen mit botanischen Inhalten. Da diese vielfach in Zeitschriften „versteckt" sind und oftmals nur Eingeweihten bekannt sind, wurde nun in den letzten 20 Jahren eine Literaturdatenbank mit sämtlichen Publikationen (Aufsätze, Bücher, Zeitungsartikel, Gutachten, Diplomarbeiten und Dissertationen) erstellt. Zu diesem Zweck wurden Schlagworte (Allgemeine Inhalte, behandelte Pflanzenarten und geographische Zuordnung) sowie Zusammenfassungen verfasst. Weiters werden auch Bibliotheken genannt, an denen diese Arbeit zur Verfügung steht. Zurzeit enthält die Datenbank etwas mehr als 4.515 Einträge (Stand September 2015) mit botanischen Inhalten im weitesten Sinn. In der Datenbank werden jedoch auch andere naturwissenschaftlich relevante Beiträge über das Land Salzburg gesammelt (Zoologie, Geowissenschaften, Naturschutz und teilweise auch Geographie), wodurch insgesamt bereits über 25.358 Beiträge über das Land Salzburg zu finden sind.

Auszug aus der Literaturdatenbank (gefiltert nach "Gentiana" im Titel):

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Teile der Daten wurden bereits veröffentlicht:

Pilsl, Peter (2011): Bibliographie der botanischen Literatur über das Land Salzburg. Teil 2. Von 1981 bis 2010.- Salzburg: Just, 2011, 721 pp (Sauteria. 19.)

Pilsl, Peter (2003): Bibliographie der botanischen Literatur über das Land Salzburg. Teil 1. Von den Anfängen bis 1980.- Dorfbeuern: Just, 2003, 398 pp (Sauteria. 12.)

Pilsl, Peter (1997): Naturwissenschaftliche Bibliographie über den Salzburger Anteil der Hohen Tauern.- Salzburg: Amt der Salzburger Landesregierung, 1997, 667 pp (Wissenschaftliche Mitteilungen aus dem Nationalpark Hohe Tauern. Sonderband 2/1997.)

Pilsl, Peter ; Nowotny, Günther (Red.) (1994): Bibliographie Nationalpark Salzburger Kalkhochalpen.- Salzburg: Amt der Salzburger Landesregierung, 1994, 159 pp (Wissenschaftliche Mitteilungen aus dem Nationalpark Hohe Tauern. Sonderband 1/1994.)

Der Anteil über den Nationalpark Hohe Tauern ist unter http://bibliographie.hohetauern.at/ kostenlos abfragbar.

Datenbankabfragen bitte an: peter.pilsl@sbg.ac.at. Weiters würden wir uns über Hinweise zu neuerer Literatur mit Informationen über Salzburger Pflanzen freuen!