Arbeitsgemeinschaften : Plattform Säugetiere : Projekte der Plattform Säugetiere

Projekte der Plattform Säugetiere

Neben der laufenden Erforschung und Dokumentation der Salzburger Säugetierfauna in Form von Beobachtungsdaten arbeitet die Plattform Säugetiere derzeit an folgenden Projekten:

Der Baumschläfer im Salzkammergut (ab 2015)

Der Baumschläfer (Dryomys nitedula) ist mit acht bis zwölf Zentimeter Körperlänge in etwa so groß wie eine Waldmaus oder eine Haselmaus. Sein zweifarbiger, buschiger Schwanz und die charakteristische Gesichtszeichnung machen ihn unverkennbar.

Baumschläfer leben bevorzugt in den Bäumen und im Unterholz feucht-schattiger Laubmischwälder. Im Gebirge zählen Fichten-Tannen-Buchenwälder, Fichten-Buchenwälder, Lärchen-Fichtenwälder sowie Niederwälder mit früchtetragenden Sträuchern zu den geeigneten Lebensräumen des Baumschläfers. Aktuelle Vorkommen sind in Salzburg vorwiegend aus den Hohen und Niederen Tauern dokumentiert. Aus dem Salzkammergut sind vorwiegend ältere Fundmeldungen dokumentiert, obwohl hier durchaus geeignete Lebensräume zu finden sind.

Die Arbeitsgruppe hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, mehr über die Verbreitung des geschützten Baumschläfers im Salzkammergut in Erfahrung zu bringen. Dazu wurden im Frühjar 2015 insgesamt 30 künstliche Nestboxen in einem geeigneten Lebensraum aufgehängt. Die Nestboxen wurden auf Bäumen bzw. Sträuchern in rund 2 Meter Höhe befestigt, sie werden nun zweimalig (Sommer/Herbst) auf die Nutzung durch Baumschläfer kontrolliert. Wir hoffen auf diese Art aktuelle Vorkommen des Baumschläfers dokumentieren zu können, vielleicht gelingt sogar eine grobe Einschätzung der Populationsdichte. Ein wichtiger Nebenaspekt ist auch die Hoffnung gute Fotos dieser scheuen Waldbewohner schießen zu können.

Ein Projekt in Kooperation mit der ARGE Kleinsäugerforschung
Ein Projekt in Kooperation mit der ARGE Kleinsäugerforschung (kleinsaeuger.at)

Literatur:

Schedl W. (1968): Der Tiroler Baumschläfer (Dryomys nitedula intermedius [NEHRING, 1902]) (Rodentia, Muscardinidac). Ein Beitrag zur Kenntnis seiner Verbreitung und Ökologie. Ber. nat.-med. Ver. Innsbruck 56: 389-406
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Stüber E., R. Lindner & M. Jerabek (2014): Die Säugetiere Salzburgs. Salzburger Natur-Monographien Band 2, Haus der Natur – Museum für Natur und Technik, Salzburg

Dr. Christine Blatt und Dr. Stefan Resch

E-Mail: arge@kleinsaeuger.at

Populationsentwicklung und Verbreitung des Bibers im Bundesland Salzburg (ab 2014)

Aufbauend auf den Arbeiten von Widerin & Maringer 2008 sowie Watzinger & Widerin 2012 werden die aktuellen Bibervorkommen im Bundesland Salzburg erhoben und dokumentiert. Die Erhebungen sind als alljährliches Monitoringprogramm konzipiert und erlauben die laufende Dokumentation der Bestandsentwicklung sowie die flächendeckende und effiziente Dokumentation der weiteren Ausbreitung des Bibers in Salzburg. Durch die Etablierung eines Projektteams im Rahmen der Plattform Säugetiere soll sichergestellt werden, dass jederzeit Ansprechpersonen für die Dokumentation neu entdeckter Reviere verfügbar sind. Alle bekannten Reviere werden nach der bewährten Methode der Vorjahre (Watzinger & Widerin 2012) kontrolliert. Die erhobenen Daten werden in die am Haus der Natur geführte Salzburger Biodiversitätsdatenbank integriert und stehen somit für allfällige Anfragen und wissenschaftliche Auswertungen sowie als Datengrundlage für laufende Berichte nach Artikel 17 der FFH-Richtlinie zur Verfügung.

Das Projekt wurde im Auftrag und mit Unterstützung des Amtes der Salzburger Landesregierung, Abteilung 4: Lebensgrundlagen und Energie, durchgeführt.

Literatur:

Müller D., L. Slotta-Bachmayr, G. Bergthaler, R. Hofrichter, U. Hüttmeir, G. Kössner, M. Kyek, R. Lindner, B. Loidl, U. Rathmayr, M. Schnaitl, S. Stürzer, M. Waubke & S. Werner (1994): Ökologie und Verbreitung des Bibers (Castor fiber) an der Salzach (Österreich, Bayern). Beitr. Naturk. Oberösterreichs 2: 119–129 Download

Stüber E. (1978): Wieder Biber in Österreich. Berichte aus dem Haus der Natur VIII: 82–86 Download

Watzinger P. & L. Slotta-Bachmayr (2010): Der Biber (Castor fiber) an der Saalach. Mitt. Haus der Natur 18: 3–10 Download

Watzinger P. & K. Widerin (2012): Biberprojekt 2011–2012 Salzburg. Gutachten im Auftrag der Salzburger Landesregierung

Widerin K., A. Maringer & L. Slotta-Bachmayr (2005): Verbreitung und Bestand des Bibers (Castor fiber, Rodentia, Mammalia) in der Salzachau zwischen Siggerwiesen und Oberndorf (Salzburg, Österreich). Linzer biol. Beitr. 37/1: 787–796 Download

Widerin K. & A. Maringer (2008): Neue Burgen in Salzburg. Zum aktuellen Stand der Biberverbreitung im Land Salzburg. Natur@ktiv Nr. 4 Download

Winding N. (1976): Die österreichischen Salzach- und Innauen als Lebensraum für den Biber. Gutachten im Auftrag des Österreichischen Naturschutzbundes

Kontakt

Mag. Karin Widerin

E-Mail: karin.widerin@fledermausschutz.at

Mag. Dr. Robert Lindner (Leiter des Biodiversitätszentrums, Wirbeltiere, Datenbank)

Tel.: +43 (662) 84 26 53 - 3314
E-Mail: robert.lindner@hausdernatur.at