Ausstellungen : Der menschliche Körper

Reise in den menschlichen Körper

Wie funktionieren Lunge, Leber oder Niere? Wie arbeitet unser Herz? Warum geht die Liebe durch den Magen? In der neuen Ausstellung im Haus der Natur entdeckt man unser bewegtes Innenleben einmal aus einer anderen Perspektive!

In einem kreisrunden Raum am Eingang in die Ausstellung dreht sich alles um das Gehirn und seine Sinnesorgane. Wie sehen, hören, riechen, schmecken und tasten wir? Und was läuft dabei im Gehirn ab? Übergroße Modelle der Sinnesorgane und interaktiv aufbereitete Informationen veranschaulichen die komplexen Vorgänge, die beim Verarbeiten von Sinneseindrücken wirksam werden.

Von Herzschlägen und Blutzellen zu Lunge und Atmen

Wie das Herz funktioniert, welche enorme Pumpleistung es vollbringt und was den Lebenssaft Blut eigentlich ausmacht, ist Thema des nächsten Bereiches der Ausstellung. Dabei kann man etwa die winzigen Blutkörperchen in lichtmikroskopischen Aufnahmen und Animationen betrachten oder in einem Spiel testen, welche Blutgruppen bei Blutspenden kompatibel sind.

Die gesamte Ausstellung zeigt die zentralen Organe unseres Körpers in Großmodellen – so auch die Lunge. Eingebettet zwischen den beiden Lungenflügeln versteckt sich ein Bildschirm: Eine 3D-Computeranimation ermöglicht einem, direkt in die Lunge hineinzufliegen und so den Aufbau und die Funktion der Lunge einmal aus einer anderen Perspektive zu entdecken. Mit einem Stethoskop kann man daraufhin Lungengeräusche abhören. Wie hört sich eine gesunde Lunge an? Welche Geräusche macht eine entzündete Lunge? Unglaubliche Bilder liefert der Film einer schwedischen Regisseurin: Endoskop-Kameras in den Luftröhren von Sängern und Sängerinnen zeigen die stimmbildenden Organe in Aktion.

Rund um die Verdauung und Entgiftung

Wäre unser Darm ausgerollt und würde in einer Linie unseren Körper durchziehen, wären wir etwa acht Meter groß. Ein lustiges Modell verdeutlicht diese Tatsache und zeigt gleichzeitig endoskopische Aufnahmen der einzelnen Darmabschnitte. In einem pfiffigen Verdauungsspiel kann man den Weg unserer Nahrung nachvollziehen – ein Kotelett wandert in einer pfiffigen Filmanimation durch den gesamten Verdauungstrakt von „August“ und endet schließlich dort, wo alle Koteletts irgendwann enden. Sensationelle Bilder liefert auch ein Röntgenfilm, der die Peristaltik von Speiseröhre und Dünndarm zeigt. Er stammt aus den 1930er Jahren, in denen man noch nicht um die Gefahr wusste, die von Röntgenstrahlung ausgeht - unbedingt sehenswert!

Die Leber kann man sich am besten als chemisches Labor vorstellen. Sie ist unsere größte Drüse und verbraucht alleine ein Viertel unseres gesamten Sauerstoffes, um ihre Funktionen aufrecht zu erhalten. Im Großmodell erkennt man, wie dicht die Leber mit einem Netz aus Blutgefäßen durchzogen ist – eineinhalb Liter Blut fließen pro Minute durch sie hindurch. Auch unsere Niere wird in einem Großmodell dargestellt. Durch Starten der Filmanimation kann man in eine Niere hineinfliegen und ihr beim Arbeiten zusehen.

Körper-Seelen-Verkehrsverbund

Nach dem unser körperliches ja untrennbar mit unserem seelischen Wohlbefinden verbunden ist, wird auch diesem Aspekt ein Bereich der Ausstellung gewidmet. Auf der nachempfundenen Bushaltestelle des Körper-Seelen-Verkehrsverbundes trifft man auf Sprüche, die allesamt diese Verbundenheit zum Ausdruck bringen. Von „Liebe geht durch den Magen“ zu „mir ist eine Laus über die Leber gelaufen“ ist die Haltestelle über und über mit Sätzen bekritzelt, die den körperlichen Ausdruck von seelischer Befindlichkeit thematisieren.

Keine Bienen, keine Blumen: Sexualität und Fortpflanzung ohne Tabus

Die bereits seit ein paar Jahren bestehende Ausstellung rund um unsere Sexualität integriert sich nun auf ideale Weise in die „Reise in den menschlichen Körper“ und wird wie selbstverständlich ein Teil von ihr. Sie „spricht“ mit ihren BesucherInnen ganz offen über Sexualität und kennt dabei keine Tabus.