Ausstellungen : Lebensräume : Lebensräume im Diorama

Lebensräume im Diorama

Dioramen sind Klassiker in der naturkundlichen musealen Präsentation. Mit viel Kunstfertigkeit ermöglichen sie es, Landschaften und deren Lebewesen in einer dreidimensionalen Darstellung naturgetreu zu inszenieren. Gut gemachte Dioramen versetzen den Betrachter und die Betrachterin förmlich in die Szene hinein.

Der berühmte Pionier des Dioramenbaus, der akademische Maler Wolfgang Grassberger, hat das Haus der Natur über viele Jahrzehnte wesentlich mitgeprägt. Sein Nachfolger Georg Klingersberger kombiniert und erweitert heute diese Kunst behutsam mit den modernen Techniken der Museumsgestaltung.
Wer aufmerksam durch die fünf Stockwerke des Museums geht, wird überall Beispiele dieser besonderen Schaukästen finden, die auf engstem Raum den Eindruck großer Weite erzeugen und mit Hilfe in spezieller Weise angeordneter Spiegel sogar optische Illusionen und Überblendeffekte bewirken.

Neu: Interaktives Diorama "Vielfalt im heimischen Wald"

Der heimische Wald außergewöhnlich in Szene gesetzt

Das Diorama erlaubt einen Blick in einen heimischen Mischwald, in dem man vielgestaltiges Leben entdecken kann. Man erspäht einen Uhu mit seinem Jungvogel in einer Felsnische, ein Grünspecht fischt mit seiner langen Zunge Ameiseneier aus einem abgestorbenen Ast, ein Baummarder klettert einen Stamm hinauf – ob das Eichhörnchen noch rechtzeitig flüchten kann? Viele Szenen dieser Art spielen sich zwischen dem Geäst und auf dem Waldboden ab.

Außerhalb des Dioramas setzt dann die Technik an und bringt einen entscheidenden Mehrwert: Sie ermöglicht die interaktive Begegnung mit den Lebewesen des Waldes. So können per Multimedia-Screen alle relevanten Informationen zu den Tieren und Pflanzen abgerufen werden, die man auch im Diorama findet. Man entdeckt einen rotbauchigen, kleinen Vogel im Geäst und ist unsicher: Ist es ein Rotkehlchen? Oder doch ein Gimpel? Ein Antippen des Bildschirms genügt und schon hat man Gewissheit. Es war ein Zwergschnäpper. Eine weitere Berührung des Audiosymbols und man kann den Gesang des kleinen Vogels hören.

Darüber hinaus setzt sich die gesamte Waldszenerie im Besucherraum fort. Ein dicker, umgefallener Stamm ragt in den Raum – Laden und Klappen geben den Blick in sein Inneres frei und schon findet man sich wieder in der Welt der Borkenkäfer und anderen Bewohner des Totholzes. Gleich daneben steht ein Reh. Auch hier kann man Klappen öffnen und kriegt vorerst einen kleinen Schreck, aber so ist die Natur: auch Tiere sind ihrerseits Lebensraum für andere Tiere. Bewegliche Baumstämme zeigen, wer sich in verlassenen Spechthöhlen einnistet und ausgewählte Ausschnitte des Waldbodens führen einem vor Augen, wie sinnvoll das Leben im Wald miteinander vernetzt ist.